🍄 PilzCheck

Sicherheit · 8 Min. Lesezeit

Die gefährlichsten Giftpilze und ihre essbaren Doppelgänger

Die meisten schweren Pilzvergiftungen entstehen durch wenige, gut bekannte Arten. Wer diese Doppelgänger-Paare kennt, sammelt deutlich sicherer. Hier die wichtigsten.

Grüner Knollenblätterpilz: der gefährlichste von allen

Der Grüne Knollenblätterpilz ist für rund 95 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen in Europa verantwortlich. Schon ein halber Fruchtkörper kann tödlich sein, und das Heimtückische: Die Symptome treten erst nach 6 bis 24 Stunden auf, wenn die Leber bereits geschädigt wird.

Verwechselt mit: jungen Champignons und grünen Täublingen.
So unterscheidest du: Der Knollenblätterpilz hat rein weiße Lamellen (auch im Alter), einen Ring am Stiel und eine häutige Scheide an der knolligen Basis. Champignons haben rosa bis schokoladenbraune Lamellen und keine Scheide. Täublinge haben weder Ring noch Scheide und ein brüchiges Fleisch. Grabe darum immer die ganze Stielbasis aus und prüfe sie.

Pantherpilz und der essbare Perlpilz

Der Pantherpilz enthält ein Nervengift und wird leicht mit dem essbaren Perlpilz verwechselt. Beide sind braun mit weißen Flocken.
So unterscheidest du: Beim Perlpilz rötet das Fleisch an Verletzungen und Madengängen weinrot, der Ring ist gerieft, die Knolle hat keinen scharfen Rand. Beim Pantherpilz rötet das Fleisch nicht, der Ring ist ungerieft und die Knolle hat einen scharfen Rand mit Gürtelchen (das sogenannte Bergsteigersöckchen).

Gifthäubling und Stockschwämmchen

Diese Verwechslung ist besonders gefährlich, weil der Gifthäubling dieselben tödlichen Amatoxine enthält wie der Knollenblätterpilz und dem beliebten Stockschwämmchen zum Verwechseln ähnlich sieht. Beide sind kleine, braune Pilze, die büschelig an Holz wachsen.
So unterscheidest du: Das Stockschwämmchen hat einen Stiel, der unterhalb des Rings deutlich dunkel und schuppig ist. Der Gifthäubling hat einen glatteren Stiel ohne diese Schuppung. Weil die Unterscheidung schwierig ist, gilt: kleine braune Holzpilze nur von erfahrenen Sammlern.

Karbol-Champignon: der Champignon, der giftig ist

Nicht jeder Champignon ist essbar. Der Karbol-Champignon verursacht Magen-Darm-Beschwerden.
So erkennst du ihn: Seine Stielbasis läuft beim Anschnitt intensiv chromgelb an, und er riecht unangenehm nach Tinte oder Karbol (Apotheke). Essbare Champignons riechen angenehm pilzig und gilben nicht so stark.

Orangefuchsiger Raukopf: das späte Nierengift

Schleierlinge wie der Spitzgebuckelte Raukopf enthalten das Gift Orellanin, das die Nieren zerstört. Besonders tückisch: Die Symptome treten oft erst nach 2 bis 17 Tagen auf. Meide orangebraune, gebuckelte Pilze im Nadelwald grundsätzlich.

Die wichtigste Regel

Keine einzelne Faustregel schützt zuverlässig. Silberlöffel, Schneckenfraß oder Kochen erkennen oder entgiften Giftpilze nicht. Sicherheit entsteht nur aus der Kombination mehrerer Merkmale und im Zweifel aus der Prüfung durch eine Pilzberatungsstelle. Wie du systematisch bestimmst, liest du in Pilze bestimmen: die wichtigsten Merkmale.

Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung: sofort den Giftnotruf oder im Notfall die 112 anrufen. Mehr dazu in Pilzvergiftung erkennen und richtig handeln.

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