🍄 PilzCheck

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Pilze bestimmen: die wichtigsten Merkmale Schritt für Schritt

Ein sicherer Pilz-Fund beruht nie auf einem einzigen Merkmal, sondern auf der Kombination vieler. Diese Anleitung zeigt dir, worauf du der Reihe nach achtest.

1. Der Hut

Form (halbkugelig, gewölbt, trichterig, mit Buckel), Farbe, Oberfläche (trocken, schmierig, schuppig, gerieft) und Größe geben erste Hinweise. Achte auch darauf, ob sich die Huthaut abziehen lässt und ob Velumflocken (Reste einer Hülle) aufliegen, wie beim Fliegenpilz.

2. Die Unterseite: Lamellen, Röhren oder Stacheln

Das wichtigste Gattungsmerkmal. Lamellen (blattartig) haben die meisten Pilze. Röhren (schwammartig, wie ein Sieb) haben die Röhrlinge, zu denen alle Steinpilze gehören. Stacheln hat zum Beispiel der Semmelstoppelpilz, gegabelte Leisten der Pfifferling. Prüfe, wie die Lamellen am Stiel ansetzen (frei, angewachsen, herablaufend) und ob sie sich verfärben.

3. Der Stiel: Ring, Knolle, Scheide

Der Stiel entscheidet oft über Leben und Tod. Achte auf einen Ring (Rest des Velums), auf die Basis (knollig, mit Scheide, wurzelnd) und auf die Oberfläche (genattert, geschuppt, genetzt). Ein Ring plus häutige Scheide an weißlamelligen Pilzen ist das Warnsignal für die tödlichen Knollenblätterpilze. Grabe den Stiel darum immer vollständig aus.

4. Das Sporenpulver: der Sporenabdruck

Die Farbe des Sporenpulvers ist ein sehr sicheres Merkmal und unterscheidet ähnliche Arten. So machst du einen Sporenabdruck:

  • Schneide den Hut vom Stiel und lege ihn mit der Unterseite nach unten auf ein Blatt Papier, am besten halb weiß, halb dunkel.
  • Decke ihn mit einer Schüssel ab und warte 2 bis 12 Stunden.
  • Der Abdruck zeigt die Sporenfarbe: weiß, rosa, ocker, rostbraun, purpurbraun oder schwarz. Champignons haben zum Beispiel schokoladenbraunes, Knollenblätterpilze weißes Sporenpulver.

5. Der Geruch

Viele Arten riechen charakteristisch: mehlig (Mairitterling), nach Anis (Anis-Champignon), nach Rettich, nach Marzipan oder unangenehm nach Karbol. Reibe vorsichtig am Fleisch und rieche daran. Der Geruch allein reicht nie, ist aber ein wertvoller Baustein.

6. Standort und Baumpartner

Wo wächst der Pilz? Auf Holz, auf der Wiese, im Nadel- oder Laubwald? Viele Arten sind an bestimmte Bäume gebunden. Der Birkenpilz steht nur bei Birke, der Reizker bei Kiefer oder Fichte. Der Standort grenzt die Möglichkeiten stark ein.

7. Verfärbung und Milch

Schneide den Pilz an und beobachte: Blaut das Fleisch (viele Röhrlinge)? Rötet oder schwärzt es? Tritt bei Milchlingen eine Milch aus, und welche Farbe hat sie? Diese Reaktionen sind oft entscheidend, etwa die karottenrote, sich nicht verfärbende Milch des essbaren Echten Reizkers.

Fazit: nie nur ein Merkmal

Erst wenn Hut, Unterseite, Stiel, Sporenpulver, Geruch und Standort zusammenpassen, ist eine Bestimmung sicher. PilzCheck liefert dir per Foto eine schnelle Einschätzung und den passenden Steckbrief zum Abgleichen, die endgültige Entscheidung triffst du selbst, im Zweifel mit einer Pilzberatungsstelle.

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