🍄 PilzCheck

Vielverfärbender Birkenpilz Leccinum variicolor

Essbar Merken

💚 Damit du sicher genießt: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Die letzte Entscheidung triffst du selbst, im Zweifel mit Hilfe einer offiziellen Pilzberatungsstelle deiner Wahl.

Vielverfärbender Birkenpilz (Leccinum variicolor)
Bild: Leccinum_variicolor_11.jpg: Tocekas derivative work: Ak ccm (talk), CC BY-SA 3.0 · Quelle

Mittelgroßer Raufuß mit graubraunem, charakteristisch fleckig-marmoriertem Hut und schlankem, dunkel geschupptem Stiel, stets bei Birken auf feuchtem Untergrund. Wichtigstes Erkennungsmerkmal ist das Verfärbungsmuster im Schnitt: Das Fleisch läuft rötlich bis rosa an, während die Stielbasis blaugrün bis türkis verfärbt. Essbar und schmackhaft, jung am besten; ältere Exemplare werden weich und schwammig und sollten gemieden werden. Wie alle Raustielröhrlinge nur gut durcherhitzt genießen, da roh oder unzureichend gegart Magen-Darm-Beschwerden möglich sind.

Merkmale

Saison
Juni bis Oktober
Lebensraum
In Symbiose (Mykorrhiza) mit Birken, bevorzugt auf feuchten, sauren und moorigen Böden, an Moorrändern, in Birken-Bruchwäldern und auf nassen Heideflächen.
Hut
5 bis 12 cm breit, jung halbkugelig, später polsterförmig bis flach gewölbt; graubraun bis schwärzlich-braun, typisch fleckig-marmoriert mit helleren, oft weißlichen Aufhellungen; Oberfläche trocken, fein filzig, bei Nässe etwas schmierig.
Unterseite
Röhren fein, jung weißlich bis hellgrau, im Alter graubräunlich; Röhrenmündungen auf Druck graurosa bis bräunlich anlaufend.
Stiel
Lang, schlank und zylindrisch, weißlich mit feinen schwärzlichen bis graubraunen Schüppchen (typisch für Leccinum); Stielbasis im Anschnitt charakteristisch blaugrün bis türkis verfärbend, Stielfleisch darüber rötlich bis rosa anlaufend.
Geruch
Mild, angenehm pilzig, unauffällig.

Verwechslungsgefahr

Ungenießbar Gallenröhrling (Tylopilus felleus)
Nicht giftig, aber durch bitteren Geschmack ungenießbar; rosafarbene Röhren, deutliches dunkles Netz am Stiel statt Schüppchen, Fleisch verfärbt nicht blaugrün. Wächst bei Laub- und Nadelbäumen auf sauren Böden, kann also auch nahe Birken auftreten. Im Zweifel eine Geschmacksprobe (Fleisch antippen) machen.

Essbar Gemeiner Birkenpilz (Leccinum scabrum)
Ebenfalls essbarer Birken-Partner; Fleisch verfärbt sich im Schnitt kaum bis gar nicht, keine blaugrüne Stielbasis. Ungiftig, aber ebenfalls nur jung und gut gegart genießen.

Essbar Moor-Birkenpilz / Vielfärbender Raufuß (Leccinum-Arten der scabrum-Gruppe)
Mehrere sehr ähnliche, schwer trennbare Birken-Raufüße in Mooren und Feuchtwäldern; alle essbar und ungiftig, daher unkritisch. Genaue Artbestimmung oft nur mikroskopisch möglich.

Essbar Espen-Rotkappe (Leccinum aurantiacum)
Essbar; deutlich orangeroter Hut, wächst bei Pappeln/Espen, dunkelt im Schnitt stark grau bis schwärzlich nach, ohne blaugrüne Stielbasis.

Bedingt essbar Hexen-Röhrlinge (Boletus/Suillellus, z. B. Netzstieliger Hexenröhrling)
Zur Sicherheit erwähnt: rote bis orangerote Röhrenmündungen und sofort kräftig blauendes Fleisch unterscheiden sie klar; roh giftig, nur durchgegart genießbar. Verwechslung bei Beachtung von Poren und Stielschuppung unwahrscheinlich.

Unsicher bei deinem Fund?

Pilz per Foto bestimmen

Gut zu wissen: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Auch die beste Beschreibung ersetzt keine persönliche Prüfung deines Funds. Nimm dir Zeit, vergleiche mehrere Merkmale und lass deinen Fund im Zweifel von einer Pilzberatungsstelle bestätigen, dann bleibt das Sammeln entspannt und sicher.