🍄 PilzCheck

Kornblumen-Röhrling Gyroporus cyanescens

Essbar Merken

💚 Damit du sicher genießt: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Die letzte Entscheidung triffst du selbst, im Zweifel mit Hilfe einer offiziellen Pilzberatungsstelle deiner Wahl.

Kornblumen-Röhrling (Gyroporus cyanescens)
Bild: Andreas Kunze, CC BY-SA 3.0 · Quelle

Der Kornblumen-Röhrling ist ein essbarer Pilz, der durch sein extrem schnelles, intensiv kornblumenblaues Verfärben an allen verletzten Stellen unter den heimischen Röhrlingen weitgehend unverwechselbar ist. Entscheidendes Erkennungsmerkmal ist das spröde, kammerig-hohle Stielfleisch in Kombination mit dem sofortigen Blauen von Röhren, Fleisch und Schnittfläche bei weißlich bis blassgelben Poren und fehlendem Stielnetz. Das blaue Pigment (Gyrocyanin) verschwindet beim Erhitzen weitgehend, sodass das Fleisch hell bleibt. Die Art ist eher selten und sollte geschont werden. Grundsätzlich gilt: blauende Röhrlinge nur sammeln, wenn die Bestimmung eindeutig ist, da blauende Boletales von Ungeübten leicht verwechselt werden können.

Merkmale

Saison
Juli bis Oktober
Lebensraum
In Laub- und Nadelwäldern auf sauren, sandigen, mageren Böden, gern bei Birken, Eichen und Kiefern; bevorzugt lichte Standorte, Wegränder und Waldränder. Insgesamt eine eher seltene Art, die geschont werden sollte.
Hut
5 bis 12 cm breit, jung halbkugelig, später polster- bis flach gewölbt; strohgelb, blassgelb bis ockerbräunlich, trocken, fein- bis raufilzig, im Alter oft etwas rissig. Die Hutoberfläche läuft bei Berührung oder Druck langsam bläulich an; das starke, sofortige Blauen tritt vor allem an Fleisch, Röhren und Schnittflächen auf.
Unterseite
Röhren und Poren jung weißlich, später blass- bis strohgelb, am Stiel meist ausgebuchtet angewachsen; auf Druck und beim Anschnitt rasch und intensiv kornblumenblau verfärbend. Poren fein und rundlich. Sporenpulver blassgelb.
Stiel
5 bis 9 cm hoch, gleichfarbig wie der Hut oder etwas heller, meist annähernd zylindrisch bis leicht verjüngt, ohne deutliche Knolle und ohne Netz; Fleisch spröde, im Inneren kammerig und im Alter hohl. Bei Verletzung sofort kräftig kornblumenblau anlaufend.
Geruch
Mild und unauffällig, leicht pilzig; Geschmack mild, ohne Bitterkeit.

Verwechslungsgefahr

Essbar Hasen-Röhrling (Gyroporus castaneus)
Naher Verwandter mit ebenfalls sprödem, kammerig-hohlem Stiel und weißlichen Poren, aber kastanien- bis zimtbrauner Hut und ohne (oder nur sehr schwaches) Blauen.

Ungenießbar Düsterer Röhrling / Porphyrröhrling (Porphyrellus porphyrosporus)
Düster graubraun gefärbt, Fleisch im Anschnitt rötend bis blauend; Stiel jedoch voll (nicht kammerig-hohl) und Sporenpulver purpurbraun statt blassgelb. Kein Speisepilz.

Bedingt essbar Netzstieliger Hexen-Röhrling (Suillellus luridus)
Blaut ebenfalls stark, hat aber rötliche bis orangerote Poren, ein deutliches rotes Stielnetz und vollen Stiel; roh giftig, nur gut durchgegart genießbar.

Giftig Schönfuß-Röhrling (Caloboletus calopus)
Blaut beim Anschnitt, hat aber gelbe Poren, ein rotes Stielnetz, vollen Stiel und schmeckt deutlich bitter; verursacht Magen-Darm-Beschwerden.

Unbekannt Blasshütiger / weitere blauende Röhrlinge (z. B. junge Flockenstielige Hexen-Röhrlinge, Boletus erythropus s. l.)
Mehrere blauende Röhrlinge können auf den ersten Blick ähneln; der Kornblumen-Röhrling unterscheidet sich durch das spröde, kammerig-hohle Stielfleisch und das Fehlen von Netz oder roten/gelben Poren. Im Zweifel nicht verzehren.

Unsicher bei deinem Fund?

Pilz per Foto bestimmen

Gut zu wissen: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Auch die beste Beschreibung ersetzt keine persönliche Prüfung deines Funds. Nimm dir Zeit, vergleiche mehrere Merkmale und lass deinen Fund im Zweifel von einer Pilzberatungsstelle bestätigen, dann bleibt das Sammeln entspannt und sicher.