Schmarotzer-Röhrling Pseudoboletus parasiticus
♡ Merken💚 Damit du sicher genießt: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Die letzte Entscheidung triffst du selbst, im Zweifel mit Hilfe einer offiziellen Pilzberatungsstelle deiner Wahl.
Der Schmarotzer-Röhrling ist durch seine Lebensweise praktisch unverwechselbar: Er wächst stets parasitisch auf dem Dickschaligen Kartoffelbovist und kommt niemals einzeln aus dem Boden. Das gemeinsame Auftreten mit dem Wirtspilz ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Er ist mild und grundsätzlich essbar, gilt aber als minderwertig (geschmacklich unbedeutend). Wegen seiner Seltenheit und naturschutzfachlichen Bedeutung sollte er nicht gesammelt, sondern stehen gelassen werden. Zudem ist er eng an den giftigen Wirtspilz gebunden, dessen Geschmack und mögliche Schadstoffe er aufnehmen kann.
Merkmale
- Saison
- August bis Oktober
- Lebensraum
- Wächst ausschließlich als Schmarotzer auf dem Dickschaligen Kartoffelbovist (Scleroderma citrinum), meist ein bis mehrere Fruchtkörper auf einem Wirt; in sauren, moosigen Laub- und Nadelwäldern, gern auf saurem, sandigem Boden. Wärmeliebend, insgesamt selten und mancherorts geschützt.
- Hut
- 3 bis 8 cm breit, jung halbkugelig, später polster- bis flach gewölbt, oliv- bis lederbraun oder gelbbraun, trocken und fein filzig, im Alter oft fein rissig.
- Unterseite
- Röhren und Poren jung gelb, später oliv- bis rost- oder olivbraun, oft etwas am Stiel herablaufend; auf Druck kaum bis gar nicht blauend (nur sehr schwache Verfärbung).
- Stiel
- 4 bis 8 cm lang, schlank, oft gebogen, gelblich bis ockerbraun, häufig mit feiner rostbrauner Faserung, ohne Ring.
- Geruch
- Unauffällig pilzig, mild.
Verwechslungsgefahr
Giftig
Dickschaliger Kartoffelbovist (Scleroderma citrinum) – der Wirtspilz
Wächst direkt unter dem Röhrling; derbe, gelbliche, warzige Knolle mit dicker Haut und früh schwarzvioletter Schnittfläche, fester unangenehmer Geruch. Verursacht Magen-Darm-Beschwerden – nie verzehren.
Echte Boviste / Stäublinge (z. B. Flaschen-Stäubling, Lycoperdon perlatum)
Junge Kartoffelboviste können mit jungen essbaren Stäublingen verwechselt werden: Stäublinge haben dünne Haut und jung rein weißes Inneres, der giftige Kartoffelbovist dicke Haut und früh dunkles Fleisch. Wichtig zur Sicherung des Wirtspilzes.
Maronen-Röhrling (Imleria badia)
Ähnlich braun, aber bodenständig und nicht auf Bovist wachsend; Poren blauen auf Druck deutlich.
Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus)
Ähnliche Farben und filziger Hut, wächst aber im Boden ohne Wirtspilz; meist kräftiger und größer.
Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron)
Ähnlicher filziger, rissiger Hut, aber bodenständig, mit rötlicher Stielbasis und im Rissnetz oft rötlichem Fleisch; nicht auf Bovist.
Weitere Bedingt essbare Arten im Lexikon
Schwarzschuppiger Ritterling
Tricholoma atrosquamosum
Semmelgelber Schleimkopf
Cortinarius multiformis
Speisemorchel
Morchella esculenta
Spitzmorchel
Morchella elata
Starkblauender Rotfußröhrling
Xerocomellus cisalpinus
Voreilender Ackerling
Agrocybe praecox
Waldfreund-Rübling
Gymnopus dryophilus
Weißbräunlicher Weichritterling
Melanoleuca polioleuca
Unsicher bei deinem Fund?
Pilz per Foto bestimmenGut zu wissen: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Auch die beste Beschreibung ersetzt keine persönliche Prüfung deines Funds. Nimm dir Zeit, vergleiche mehrere Merkmale und lass deinen Fund im Zweifel von einer Pilzberatungsstelle bestätigen, dann bleibt das Sammeln entspannt und sicher.