Bruchreizker (Maggipilz) Lactarius helvus
Giftig ♡ Merken💚 Damit du sicher genießt: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Die letzte Entscheidung triffst du selbst, im Zweifel mit Hilfe einer offiziellen Pilzberatungsstelle deiner Wahl.
Der Bruchreizker (auch Filziger Milchling oder Maggipilz genannt) ist trotz seines wuerzigen Maggigeruchs giftig und darf nicht verzehrt werden. Er gilt als schwach giftig, seine hitze- und trocknungsstabilen Giftstoffe (vermutlich Sesquiterpene) verursachen jedoch teils heftige Magen-Darm-Beschwerden mit Uebelkeit, Erbrechen, Schwindel und Schuettelfrost, meist innerhalb einer halben Stunde nach dem Essen. Ein bekannter Massenvergiftungsfall ereignete sich 1949 bei Leipzig mit ueber 400 Betroffenen. Sicheres Erkennungsmerkmal ist die Kombination aus trockenem, fein filzig-graubraunem Hut, sehr spaerlicher, wasserklarer (farbloser) Milch und dem unverwechselbaren Maggiduft. Auch wenn er frueher gelegentlich getrocknet als Wuerzpilz verwendet wurde, ist davon dringend abzuraten: Schon kleine Mengen koennen gesundheitsschaedlich sein, daher gehoert er nicht in die Kueche.
Merkmale
- Saison
- Juli bis Oktober
- Lebensraum
- In feuchten Nadel- und Mischwaeldern, besonders in Moor- und Sumpfgebieten bei Fichten, Kiefern und Birken; bevorzugt saure, torfige Boeden mit Torfmoos und Heidelbeere.
- Hut
- 5 bis 15 cm breit, jung gewoelbt, spaeter flach ausgebreitet bis trichterfoermig vertieft, oft mit kleinem Buckel; graubraun bis ocker-lederfarben, fein filzig, trocken und matt, hoechstens schwach gezont, zur Mitte hin meist dunkler.
- Unterseite
- Lamellen ziemlich dicht, am Stiel herablaufend, blass cremegelblich bis ockerlich. Milch sehr spaerlich und vor allem waessrig-klar (farblos), nicht weiss und nicht scharf schmeckend; sie verfaerbt sich nicht und ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal, da kein anderer Milchling derart wasserklare Milch hat.
- Stiel
- 5 bis 12 cm lang, 1 bis 2,5 cm dick, zylindrisch, oft hohl und bruechig, hutfarben oder etwas heller, gegen die Basis verjuengt.
- Geruch
- Charakteristisch stark nach Maggi, Liebstoeckel, Bockshornklee oder Suppenwuerze, besonders intensiv beim Trocknen.
Verwechslungsgefahr
Kampfermilchling (Lactarius camphoratus)
Ebenfalls aromatisch riechender Milchling, jedoch deutlich kleiner und dunkler rotbraun; der wuerzige (Maggi-/Liebstoeckel-) Geruch entwickelt sich erst beim Trocknen. Milch waessrig, weisslich. Wichtigste Verwechslung, da geruchsaehnlich.
Rotbrauner Milchling (Lactarius rufus)
Lebt ebenfalls in Nadelwaeldern, hat aber rotbraunen, gebuckelten Hut und sehr scharfe, reichliche weisse Milch ohne Maggigeruch.
Giftig
Flaumiger Milchling (Lactarius vietus)
Graubrauner Hut in feuchten Waeldern, jedoch reichlichere weisse Milch, die grau eintrocknet, und kein Wuerzgeruch.
Echte Reizker (Lactarius deliciosus-Gruppe)
Essbare Speisepilze, aber leicht zu unterscheiden durch orangerote bis karottenfarbene Milch und orangefarbenen, gruen fleckenden Fruchtkoerper.
Kokosmilchling (Lactarius glyciosmus)
Ebenfalls graubrauner, aromatischer Milchling feuchter Waelder, riecht aber nach Kokos und hat weisse, mild bis leicht scharfe Milch.
Weitere Giftige Arten im Lexikon
Giftig
Dunkelrandiger Düngerling
Panaeolus fimicola
Giftig
Dunkler Düngerling (Heudüngerling)
Panaeolina foenisecii
Giftig
Erdblättriger Risspilz
Inocybe geophylla
Giftig
Faltentintling
Coprinopsis atramentaria
Giftig
Feldtrichterling
Clitocybe dealbata
Giftig
Fliegenpilz
Amanita muscaria
Giftig
Frühlings-Rötling
Entoloma vernum
Giftig
Gefleckter Täubling
Russula maculata
Unsicher bei deinem Fund?
Pilz per Foto bestimmenGut zu wissen: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Auch die beste Beschreibung ersetzt keine persönliche Prüfung deines Funds. Nimm dir Zeit, vergleiche mehrere Merkmale und lass deinen Fund im Zweifel von einer Pilzberatungsstelle bestätigen, dann bleibt das Sammeln entspannt und sicher.