🍄 PilzCheck

Ockerblättriger Zinnober-Täubling Russula pseudointegra

Ungenießbar Merken

💚 Damit du sicher genießt: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Die letzte Entscheidung triffst du selbst, im Zweifel mit Hilfe einer offiziellen Pilzberatungsstelle deiner Wahl.

Ockerblättriger Zinnober-Täubling (Russula pseudointegra)
Bild: Th.Kuhnigk, CC BY-SA 3.0 de · Quelle

Mittelgroßer, fest fleischiger Täubling mit kirsch- bis zinnoberrotem Hut, tief ockergelbem Sporenpulver und im Alter auffällig ocker- bis dottergelb verfärbenden Lamellen, die der Art ihren Namen geben. Der Geschmack ist anfangs mild, wird beim Kauen aber bitterlich-adstringierend und leicht schärflich; der Geruch ist fruchtig (Brombeermarmelade). Wegen des bitterlichen, unangenehmen Geschmacks gilt die Art als ungenießbar (kein Speisepilz, aber nicht giftig im Sinne einer schweren Vergiftung). Achtung: Die roten Täublinge sind eine schwierige, nur mit Erfahrung und teils mikroskopisch sicher trennbare Gruppe; darunter gibt es scharf schmeckende, schwach giftige Arten. Daher gilt für alle roten Täublinge: Verzehr nur bei absolut sicherer Artbestimmung und ausschließlich milder Geschmacksprobe.

Merkmale

Saison
Juli bis Oktober
Lebensraum
Wärmeliebende Laubwälder auf eher kalkhaltigen, oft lehmigen Böden; Mykorrhizapartner sind Eichen (gelegentlich weitere Laubbäume), bevorzugt an lichten, sonnigen Stellen. In Mitteleuropa eher selten.
Hut
5 bis 12 cm breit, jung halbkugelig, später flach ausgebreitet bis leicht niedergedrückt; meist gleichmäßig kirschrot bis zinnober- oder korallenrot, im Alter oft fleckig ausblassend, am Rand mitunter blasser; Huthaut nur am Rand kurz abziehbar, bei feuchtem Wetter etwas schmierig, sonst matt.
Unterseite
Lamellen am Stiel angewachsen, mäßig dicht stehend, jung blass cremefarben, im Alter charakteristisch ocker- bis dottergelb (namengebendes Merkmal); Sporenpulver tief ockergelb (Romagnesi IVb). Geschmack zunächst mild, nach längerem Kauen jedoch bitterlich und etwas adstringierend bis leicht schärflich, vor allem hinten an Zunge und Gaumen.
Stiel
4 bis 9 cm lang, 1,5 bis 3 cm dick, zylindrisch bis keulig, fest, weiß, im Alter etwas grau fleckend; Fleisch fest und brüchig.
Geruch
Angenehm fruchtig, an Brombeermarmelade erinnernd, mitunter leicht minzig; im Alter etwas unbestimmt. (Kein Geruch nach Bügelwäsche oder Topinambur, dieser gehört zu anderen Täublingsarten.)

Verwechslungsgefahr

Ungenießbar Harter Zinnober-Täubling / Zinnoberroter Täubling (Russula rosea, Syn. Russula lepida)
Engster Doppelgänger und eigentlicher Träger des Namens 'Zinnoberroter Täubling'. Ebenfalls rot, sehr hartes Fleisch, aber weißes bis blass cremefarbenes Sporenpulver (nicht ocker), Lamellen bleiben heller, oft Geruch nach Zedernholz/Bleistift; mild bis bitterlich. Ungenießbar.

Giftig Speitäubling (Russula emetica)
Wichtigste Verwechslung aus Sicherheitssicht: brennend scharfer Geschmack, weißes Sporenpulver, Huthaut weit abziehbar, in feuchten Nadelwäldern/Mooren. Roh giftig (heftige Magen-Darm-Reizung, Erbrechen). Scharfer Geschmack = nicht essen.

Ungenießbar Buchen-Speitäubling (Russula nobilis, Syn. Russula mairei)
Sehr ähnlich gefärbter, scharf schmeckender roter Täubling bei Buchen, weißes Sporenpulver; löst Magen-Darm-Beschwerden aus. Schärfe und weißes Sporenpulver trennen ihn vom milden, ockersporigen Ockerblättrigen Zinnober-Täubling.

Essbar Apfel-Täubling (Russula paludosa)
Großer, rot gefärbter, mild schmeckender Speisepilz mit blass ockergelbem Sporenpulver, jedoch in feuchten Nadelwäldern (Fichte/Kiefer). Andere Standortbindung; sichere Abgrenzung nur mit Erfahrung.

Ungenießbar Blut-Täubling (Russula sanguinaria, Syn. Russula sanguinea)
Blutroter Hut, rötlich überlaufener Stiel, scharf schmeckend, blass ockerliches Sporenpulver, bei Kiefern. Schärfe trennt ihn vom milden Ockerblättrigen Zinnober-Täubling; ungenießbar.

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Pilz per Foto bestimmen

Gut zu wissen: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Auch die beste Beschreibung ersetzt keine persönliche Prüfung deines Funds. Nimm dir Zeit, vergleiche mehrere Merkmale und lass deinen Fund im Zweifel von einer Pilzberatungsstelle bestätigen, dann bleibt das Sammeln entspannt und sicher.