Moor-Birkenpilz Leccinum holopus
♡ Merken💚 Damit du sicher genießt: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Die letzte Entscheidung triffst du selbst, im Zweifel mit Hilfe einer offiziellen Pilzberatungsstelle deiner Wahl.
Der Moor-Birkenpilz ist ein blasser, schlanker Raufuss aus nassen Moor- und Torfmoosbiotopen bei Birke. Charakteristisch sind der fast weisse bis cremefarbene Hut, der schmaechtige, fein beschuppte Stiel und die oft gruenlich bis blaeulich verfaerbte Stielbasis. Das weissliche Fleisch nimmt im Schnitt haeufig olivgruenliche Toene an, verfaerbt sonst aber kaum; dies ist artueblich und kein Verderbnis. Er gilt als bedingt essbar: kulinarisch nur von geringem Wert, da das Fleisch weich, waessrig und rasch matschig wird, und vor allem darf er als gesetzlich geschuetzte Art ohnehin nicht gesammelt werden. Raufuesse sind roh unvertraeglich (hitzelabile Giftstoffe) und muessen stets mindestens 15 bis 20 Minuten gut durchgegart werden.
Merkmale
- Saison
- Juli bis Oktober
- Lebensraum
- In feuchten Moor- und Sumpfgebieten, in Torfmoospolstern (Sphagnum) sowie an Bruchwald- und Moorraendern, stets in enger Lebensgemeinschaft (Mykorrhiza) mit Birken. Bevorzugt saure, nasse Boeden. Wichtig: Der Moor-Birkenpilz ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschuetzt und darf nicht gesammelt werden; zudem sind seine Moorbiotope oekologisch hochsensibel und vielfach Naturschutzgebiete (dort gilt ein generelles Sammelverbot).
- Hut
- 5 bis 12 cm breit, jung halbkugelig, spaeter polsterfoermig bis flach gewoelbt. Farbe weisslich bis blass cremefarben, oft mit gruenlichem oder hellbraeunlichem Schimmer, bei Feuchtigkeit etwas schmierig, sonst matt und fein filzig.
- Unterseite
- Roehren weisslich, im Alter blass graeulich bis schmutzig-creme; Poren fein, auf Druck kaum oder nur schwach braeunend.
- Stiel
- Schlank, 7 bis 15 cm lang, weisslich, dicht mit feinen weisslichen bis blass braeunlichen Schueppchen (Schuppen, sog. Scabers) besetzt, die im Alter dunkler werden. Stielbasis charakteristisch oft blass gruenlich bis blaeulich angelaufen.
- Geruch
- Mild, unauffaellig pilzig, ohne besondere Merkmale.
Verwechslungsgefahr
Gemeiner Birkenpilz (Leccinum scabrum)
Haeufigster Doppelgaenger mit deutlich braunem Hut; nach gutem Durchgaren essbar. Verwechslung kulinarisch unbedenklich, beide aber roh unvertraeglich.
Vielverfaerbender Birkenpilz (Leccinum variicolor)
Hut graubraun gefleckt, Fleisch im Schnitt roetend und an der Stielbasis gruen-blaeulich; gut durchgegart essbar.
Wollstieliger Raufuss (Leccinum cyaneobasileucum)
Ebenfalls blasser, schlanker Birken-Raufuss mit blaeulich-gruenlicher Stielbasis; mikroskopisch/standoertlich kaum vom Moor-Birkenpilz zu trennen, aber gleichwertig und nach Durchgaren essbar.
Gallenroehrling (Tylopilus felleus)
Wichtigster verderbender Doppelgaenger: Roehren/Poren im Alter rosa, Stiel mit grobem dunklem NETZ (nicht beschuppt), Geschmack extrem bitter. Nicht giftig, verdirbt aber jedes Gericht. Bei Unsicherheit Bitterprobe (Roehrenende kurz anlecken).
Birken-Rotkappe (Leccinum versipelle)
Bei Birke, jedoch mit kraeftig orangem Hut und schwarzen Stielschuppen; harmlose Verwechslung, gut durchgegart essbar.
Weitere Bedingt essbare Arten im Lexikon
Morchelbecherling
Disciotis venosa
Nebelkappe
Clitocybe nebularis
Netzstieliger Hexenröhrling
Suillellus luridus
Olivbrauner Scheidenstreifling
Amanita umbrinolutea
Orangefarbener Scheidenstreifling (Rotbrauner Scheidenstreifling)
Amanita fulva
Orangeroter Becherling
Aleuria aurantia
Pappel-Ritterling
Tricholoma populinum
Perlpilz
Amanita rubescens
Unsicher bei deinem Fund?
Pilz per Foto bestimmenGut zu wissen: Dieser Steckbrief ist deine Lernhilfe und keine Freigabe zum Essen. Auch die beste Beschreibung ersetzt keine persönliche Prüfung deines Funds. Nimm dir Zeit, vergleiche mehrere Merkmale und lass deinen Fund im Zweifel von einer Pilzberatungsstelle bestätigen, dann bleibt das Sammeln entspannt und sicher.